Hospiz in Stadthagen

Der Bau des Hospizes in Stadthagen muss Chefsache werden

Die Freien Demokraten in Schaumburg begrüßen den im Sommer 2019 gefassten Beschluss der Stiftung Bethel-Bückeburg, in Stadthagen ein Hospiz für Schwerst-Erkrankte bauen zu wollen. 

Leider ist es bis dato – ein Jahr später – nicht über Verhandlungen über das Grundstück hinausgekommen. In der aktuellen Situation leisten zwei Palliativdienste und eine Reihe ehrenamtlicher Hausärzte übermenschliche Arbeit, um die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten in ihrem häuslichen Umfeld so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und dadurch auch die Angehörigen zu entlasten. 

Wenn aber aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen der Weg ins Hospiz erfolgen muss, wird aktuell beim AW Hospiz Bad Münder oder beim Hospiz Minden nach einem Platz angefragt. „Das sind tagsüber schnell 45 Minuten Fahrtzeit für eine Strecke, und dass bei Lebenssituationen in denen jede Minute mehr zählt,“ so der Kreisvorsitzende Dr. Michael Richter, der selbst im Raum Hannover palliativ-medizinisch tätig ist. Zudem verfügten jene Hospize nur über eine begrenzte Anzahl an Betten, sodass sich Erkrankte und sogar Sterbende zynischerweise bisweilen auf Wartelisten wiederfänden. 

„Palliativmedizin in all ihren Aspekten ist für die Betroffenen unfassbar wichtig und sollte in Schaumburg von behördlicher Seite mehr Priorität und Anerkennung erfahren, als es bis jetzt der Fall zu sein scheint. Wir Freien Demokraten fordern daher den Bau in Stadthagen – wenn möglich – zu entbürokratisieren und in jedem Fall zur Chefsache zu erklären,“ so Dr. Lothar Biege, Kreistagsabgeordneter der Freien Demokraten in Schaumburg. Niemand beschäftige sich gerne mit dem Sterben, aber einem möglichst würdevollen Tod zu ermöglichen, sollte dennoch oberstes Gebot einer jeden Gesellschaft sein.